Gangesgavial am FLussufer

Krokodile und Reptilien in Indien

Das Sumpfkrokodil in Indien

Das Sumpfkrokodil gehört zu den „Echten Krokodilen“ und ist im indischen Subkontinent, dem östlichen Iran, Nepal, Bangladesh und in einem Großteil Pakistans zuhause.

Es lebt im Süßwasser und ist, wie sein Name sagt, meist in Flüssen, Seen und Sümpfen zu finden. Ein ausgewachsenes Exemplar kann bis zu vier Metern lang werden. Sein Nahrungsspektrum umfasst wie bei den meisten Krokodilen Fische, Wasserschildkröten und kleinere Säugetiere.

Krokodile sind effektive Lauerjäger, die die meiste Zeit der Jagd weitgehend untergetaucht im Wasser liegen. Sie sind in der Lage, sich geräuschlos dem Ufer zu nähern und aus dem Wasser zu schnellen. Dabei nutzen sie ihren extrem kräftigen Schwanz zum Vortrieb. Um das Zerstückeln der Beute zu erleichtern, verstecken sie den Kadaver oft ein paar Tage, damit er weicher wird. Krokodile sind nicht in der Lage, Nahrung zu kauen, deshalb verschlucken sie abgerissene Fleischstücke vollständig.

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Interessant ist die Geschlechterbestimmung nach der Fortpflanzung. Die Weibchen legen nach Befruchtung ihre ca. 20- 80 Eier in sogenannte Nester. Die Geschlechter werden durch die Bebrütungstemperatur bestimmt. Eier, die unter 30º C ausgebrütet werden, produzieren weibliche Nachkommen, wohingegen aus Eiern, die über 34ºC ausgebrütet werden, männliche Krokodile schlüpfen.

Nur Jungtiere bzw. Eier sind durch Vögel, Warane oder Artgenossen gefährdet. Der einzige Feind eines ausgewachsenen Krokodils ist der Mensch. Seine Bejagung und die Schrumpfung des Lebensraumes haben es zu einer Abnahme von 30% des weltweiten Bestandes gebracht und somit wird das Sumpfkrokodil seit 1996 als „gefährdete Art“ eingestuft. Man schätzt die Anzahl der noch lebenden Exemplare auf ca. 8.700.

Das Leistenkrokodil in Indien

Das Leistenkrokodil, auch Salzwasserkrokodil genannt, gehört zusammen mit dem afrikanischen Nilkrokodil zu den größten heute noch lebenden Krokodilen. Es kann Längen von über sechs Meter erreichen, wobei die Weibchen deutlich kleiner werden als die männlichen Tiere.

Das Leistenkrokodil ist die am weitesten in den Ozean vordringende Krokodilart, ist aber auch oft in Brackwasser, Flüssen und Sümpfen im Inland zu finden. Damit sind Leistenkrokodile die einzigen Krokodile, die sowohl im Salz- als auch im Süßwasser leben.

Das Verbreitungsgebiet ist sehr groß. Es reicht von Ostindien über Südostasien bis nach Nordaustralien und umfasst die gesamte ozeanische Inselwelt. Damit ist es das Krokodil mit dem größten Verbreitungsgebiet überhaupt.

Mit verantwortlich dafür ist sicher die „Reichweite“ der Art: es wurden Exemplare 1.000 km vom Land entfernt auf hoher See gesehen. Der eigentliche Lebensraum des Leistenkrokodils sind Flussmündungen und Mangrovensümpfe. Dabei handelt es sich meist um Brackwasserzonen, es dringt jedoch auch weit in Süßwasserflüsse ein und kann auch in großen Seen und Sümpfen im Landesinneren angetroffen werden.

Dort ernähren sie sich je nach Alter und Körpergröße: Junge Leistenkrokodile ernähren sich vor allem von Insekten und kleinen Amphibien. Mit zunehmender Körpergröße werden vor allem Fische und Wasserschildkröten, aber auch Säugetiere und Vögel aller Art gefressen. Auch Kannibalismus kommt öfter vor.

Statistisch registriert wurden seit 1995 insgesamt 1024 Angriffe von Leistenkrokodilen auf Menschen, 591 davon tödlich. Etwa die Hälfte aller Krokodilattacken weltweit gehen auf das Konto von Leistenkrokodilen.

Das Gangesgavial in Indien

Der Gangesgavial ist der noch einzige lebende Vertreter der Gaviale. Man findet in nur noch im Norden Indiens und in Nepal. Die letzten Rückzugspunkte sind heute der Ganges sowie dessen Zuflüsse Chambal und Brahmaputra. In Nepal lebt der Gangesgavial noch am Fluss Rapti-Narayani. Langsam und schnell fließende Gewässer mit nicht zu geringer Tiefe und ausgedehnten, sandigen Ufern werden dabei bevorzugt.

Er gehört zu den „stark bedrohten Arten“: nach vorsichtigen Schätzungen schrumpfte die Gesamtpopulation in nur 60 Jahren um 96 bis 98% – von wahrscheinlich 5.000 bis 10.000 Tieren in den 1940ern auf weniger als 200. Von geschätzten 436 Tieren im Jahr 1997 waren im Jahr 2006 nur noch 182 Tiere übrig. Die Ursachen für den drastischen Rückgang der Individuenzahlen sind vielfältig.

Sie wurden wegen ihrer Haut bejagt, ihre Körperteile wurden zu naturmedizinischen Präparaten verarbeitet und ihre Gelege wurden geplündert, weil die Eier als Delikatesse gelten. Auch Fischer stellten ihnen nach und töteten sie, da sie die Großreptilien als Konkurrenten um Speisefische betrachten. Heute wird die Jagd nicht mehr als eine wesentliche Bedrohung angesehen. Hingegen führten die Anlage von Staudämmen, Bewässerungskanälen, damit zusammenhängende Trockenlegungen und Verschlammung, aber auch die Änderung und Begradigung von Flussläufen, künstliche Eindeichungen und extensive Landwirtschaft, verbunden mit Nutztierhaltung in Flussnähe, zu einem exzessiven und irreversiblen Verlust ihrer natürlichen Lebensräume.

Alleine im Flussgebiet des Chambal sind bis zur Jahrtausendwende 276 Bewässerungsprojekte dokumentiert. Diese Bedrohung nimmt weiter zu und geht einher mit dem Rückgang weiterer in diesen Biotopen ansässigen Arten wie z.B. Gangesdelfin (Platanista gangetica), Gangeshai (Glyphis gangeticus) und Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris).

Die Gavial Weibchen sind im Allgemeinen kleiner sind als die Männchen, die bis zu 6m lang werden können. Am Auffälligsten ist wohl seine sehr schmale aber lange Schnauze, die ihn deutlich von den anderen Krokodilarten unterscheidet. Ein zusätzlich markantes Merkmal der Männchen ist der knopfartige Fortsatz auf der Spitze des Maules, der Ghara genannt wird, nach dem indischen Wort für Topf. Man vermutet dass dieser zum Imponieren der Weibchen in der Balz benötigt wird.

Gangesgaviale verfügen über relativ schwach entwickelte Extremitäten, die den Körper an Land nicht tragen können. Sie schieben sich an Land mehr oder weniger auf dem Bauch liegend voran. Im Wasser sind sie allerdings gewandte Schwimmer. Zwischen den Zehen zeigen sich sichtbare Schwimmhäute. Der kräftige Schwanz dient als Antriebs- und Steuerorgan. An Land kommen Gangesgaviale in der Regel nur zum Sonnenbaden und die Weibchen zur Eiablage. Die Weibchen legen ihre ca. 35 Eier meist im Frühjahr (Ende März bis Mitte April) in Nester auf Sandbänken ab.

Gangesgaviale ernähren sich vorwiegend von Fisch. Ihre Schnauze ist wie eine lange Fischreuse ausgebildet. Gangesgaviale sind hauptsächlich Lauerjäger, die oft stundenlang warten können bis sich ein Beutetier in erreichbarer Nähe befindet.

In Indien und Nepal laufen heute Schutzprogramme, die das Überleben des Gangesgavials in seinem natürlichen Lebensraum zum Ziel haben. Im indischen National Chambal Sanctuary in Uttar Pradesh und im Gharial Breeding Centre in Nepal’s Chitwan-Nationalpark werden Eier ausgebrütet und die Tiere bis zu einem durchschnittlichen Alter von zwei bis drei Jahren aufgezogen. Wenn sie eine Länge von etwa einem Meter erreicht haben, werden sie in geschützte Gebiete ausgesetzt. Leider sind aber bisher durch dieses Programm noch nirgends überlebensfähige Populationen aufgebaut worden.